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Das erste synoptische Verzeichnis der Fundmünzen aus Pergamon erschien im Jahr 1913 in der Reihe der Altertümer von Pergamon. Mit dieser Zusammenstellung von Münzen nach Kaisern und Typen legte Kurt Regling (1876-1935) das über Jahrzehnte einzige Nachschlagewerk über den antiken Münzumlauf der Polis vor. Viele Jahre später ergänzten kürzere Fundmünzenlisten aus dem Asklepieion nur unwesentlich das Gesamtbild der Münzzirkulation. Erst die Aufarbeitung der Fundmünzen aus der Stadtgrabung (Leitung Wolfgang Radt) durch Hans Voegtli ermöglichte 1993 die Publikation eines umfangreichen wissenschaftlichen Münzkatalogs in Form einer Monographie, die das Fundmaterial der früheren Kampagnen 1973-1981 umfasste. Die Fundmünzen aus den späteren Grabungskampagnen 1982-1998 sowie die Fundmünzen aus dem Traianeum (1982-1995, unter der örtlichen Leitung von Wulf Raeck) sind nach den Bestimmungen von Hans Voegtli und ab 1992 bis 1997 von Markus Peter bisher nur als handschriftliche Karteikarten dokumentiert.

Nach über zehn Jahren Pause wurde seit 2008 auf Initiative von Felix Pirson (Direktor des DAI Istanbul und Leiter der Grabung in Pergamon) und von Christof Schuler (Direktor der Kommission für Alte Geschichte und Epigraphik des DAI, München) die systematische Bearbeitung der Fundmünzen wieder aufgenommen. Im Auftrag beider Institute übernahm Jérémie Chameroy, wissenschaftlicher Mitarbeiter am RGZM, die Neuaufnahme des unpublizierten Fundmaterials aus der Stadtgrabung (1982-1998) bzw. dem Traianeum und die Bestimmung der seit 1998 bei Ausgrabungen und Surveys in Pergamon und Umgebung neu hinzugekommenen Fundmünzen sowie aller bisher unbearbeiteten Streufunde. Die Genehmigungen zur Durchführung der Ausgrabungen und Surveys wird dem Ministerium für Kultur und Tourismus der Republik Türkei verdankt. Die Zusammenarbeit mit dem Münzkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin ermöglichte die elektronische Erfassung der Münzen im interaktiven Katalog des Münzkabinetts mit dem Ziel, das Fundmaterial als digitalen Katalog zu veröffentlichen. Zusätzlich werden auch Fundmünzen aus den alten königlichen Grabungen publiziert.

Die Entstehung und Gestaltung der Webseite „Fundmünzen von Pergamon“ verdanken wir Bernhard Weisser, Direktor des Münzkabinetts, und seinem wissenschaftlichen Mitarbeiter Karsten Dahmen. Die Programmierung ist Jürgen Freundel zu verdanken.

Kontakte:
Jérémie Chameroy, Römisch-Germanisches Zentralmuseum, Leibniz-Forschungsinstitut für Archäologie, Ernst-Ludwig-Platz 2, 55116 Mainz
chameroy@rgzm.de

Bernhard Weisser, Münzkabinett, Staatliche Museen zu Berlin, Geschwister-Scholl-Str. 6, 10117 Berlin
b.weisser@smb.spk-berlin.de

Publikationen zu Fundmünzen von Pergamon

J. Chameroy, Chronologie und Verbreitung der hellenistischen Bronzeprägungen von Pergamon: der Beitrag der Fundmünzen, Chiron 42, 2012, 131-181.

A. Furtwängler, Münzen, in: O. Ziegenaus, G. de Luca, Das Asklepieion 2. Teil. Der nördliche Temenosbezirk und angrenzende Anlagen in hellenistischer und frührömischer Zeit, Altertümer von Pergamon XI 2 (Berlin 1975) 140-141.

K. Regling, Verzeichnis der bei den Ausgrabungen von Pergamon gefundenen Münzen , in: A. Conze, Stadt und Landschaft, Altertümer von Pergamon I 2 (Berlin 1913) 355-363.

http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/pergamon1913/0377

H. Voegtli, Münzen, in: G. de Luca, Das Asklepieion 4. Teil. Via Tecta und Hallenstraße. Die Funde, Altertümer von Pergamon XI 4 (Berlin 1984) 60-77.

H. Voegtli, Zwei Münzfunde aus Pergamon, SNR 69, 1990, 41-50.

H. Voegtli, Die Fundmünzen aus der Stadtgrabung von Pergamon, PF 8 (Berlin 1993).

Weitere Publikationen

J. Chameroy, Manipulating Late Hellenistic Coinage: Some Overstrikes and Countermarks on Bronze Coins of Pergamum, Chiron 46, 2016, 85-118.

J. Chameroy, I. Savalli-Lestrade, Pergame, cité et capitale dynastique au miroir de la prosopographie interne et des trouvailles monétaires, in : I. Savalli-Lestrade (Hrsg.), L’Éolide dans l’ombre de Pergame, Topoi Suppl. 14, 2016, 229-284.

F. de Callataÿ, Les statères de Pergame et les réquisitions d’Alexandre le Grand, RN 2012, 179-196.

U. Kampmann, Die Homonoia-Verbindungen der Stadt Pergamon (Saarbrücken 1996).

F. S. Kleiner, Hoard evidence and the Late Cistophori of Pergamum, ANSMN 23, 1978, 77-105.

F. S. Kleiner, S. P. Noe, The early Cistophoric Coinage (New York 1977).

M.-C. Marcellesi, Une cité devenue capitale royale: l’histoire monétaire de Pergame dans son contexte micrasiatique, in: M. Kohl (Hrsg.), Pergame. Histoire et archéologie d’un centre urbain depuis ses origines jusqu’à la fin de l’Antiquité (Lille 2008) 245-255.

M.-C. Marcellesi, Le monnayage royal et ses interactions avec les monnayages civiques : l’exemple du royaume attalide, in: I. Savalli-Lestrade, I. Cogitore (dir.), Des Rois au Prince. Pratiques du pouvoir monarchique dans l’Orient hellénistique et romain (IVe siècle avant J.-C.-IIe siècle après J.-C.) (Grenoble 2010) 193-206.

M.-C. Marcellesi, Pergame de la fin du Ve au début du Ier siècle avant J.-C. Pratiques monétaires et histoire. Studi ellenistici 26 (Pisa 2012).

H. von Fritze, Zur Chronologie der autonomen Prägung von Pergamon, in: Corolla Numismatica. Numismatic Essays in Honour of Barclay V. Head (Oxford 1906) 47-62. https://archive.org/stream/cu31924029768565#page/n69/mode/2up

H. von Fritze, Die Münzen von Pergamon (Berlin 1913).

B. Weisser, Die kaiserzeitliche Münzprägung von Pergamon (Dissertation München 1995).

U. Westermark, Das Bildnis des Philetairos von Pergamon. Corpus der Münzprägung (Uppsala 1961).

U. Westermark, Bronze Coins of Pergamon, NAC 20, 1991, 147-159.

U. Westermark, On the Pergamene Bronze Coins in the Name of Athena Nikephoros, SCN 11, 1995, 29-35.