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NUMISMATISCHE GESELLSCHAFT
ZU BERLIN e.V., gegr. 1843

'Belehrung und Unterhaltung im Fache der Münzkunde ...'
(Aus den Statuten der Gesellschaft 1844)

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Geschichte

Die am 22. Dezember 1843 gegründete Numismatische Gesellschaft zu Berlin ist die älteste numismatische Vereinigung Deutschlands. International können nur die Royal Numismatic Society in London (1836) und die Société royale de Numismatique de Belgique zu Brüssel (1841) auf ein noch älteres Gründungsdatum verweisen.

Die 36 Gründungsmitglieder gaben sich als Satzungsauftrag die „Belehrung und Unterhaltung im Fache der Münzkunde“. Dazu wurden monatlich Vortragsveranstaltungen abgehalten, eine Tradition, die bis heute fortgeführt wird. Kaufen und Tauschen von Münzen waren dagegen auf den Sitzungen verpönt. Auch daran hat die Gesellschaft bis heute festgehalten, ohne dass deswegen das Sammeln und der Austausch über die Sammlungen und Sammelgebiete zu kurz gekommen wären.

Unter den Mitgliedern im 19. und frühen 20. Jahrhundert sind so bekannte Numismatiker wie Hermann Dannenberg (1824-1905), Emil Bahrfeldt (1854-1929) oder Ferdinand Friedensburg (1858-1930), die aus der eigenen Sammeltätigkeit heraus zu großen wissenschaftlichen und publizistischen Leistungen gelangt sind. Die Verbindungen zur numismatischen Wissenschaft wurden auch über das Münzkabinett gehalten, dessen Mitarbeiter in der Regel ebenfalls Mitglieder der Gesellschaft waren.

In den Mitteilungen der Numismatischen Gesellschaft 1846-1857, den Festschriften zu den Gründungsjubiläen von 1893, 1903, 1943 und 1993 sowie in den Berliner Münzblättern (1880-1932) und in der Zeitschrift für Numismatik (1874-1935) ist das wissenschaftliche Wirken der Gesellschaft spürbar. Von 1949 bis 1979 gab die Gesellschaft mit der Berliner Numismatischen Zeitschrift eine eigene Zeitschrift heraus und in den letzten Jahren ist mit Buchveröffentlichungen zu den mittelalterlichen Münzen Brandenburgs und Mitteldeutschlands die publizistische Tradition fortgesetzt worden. Dennoch ist die Gesellschaft "keineswegs eine 'gelehrte' Gesellschaft im strengen Sinne des Wortes, ihr ist jeder als Mitglied willkommen, der sich für einen der vielen Zweige der numismatischen Wissenschaft interessiert, und sie legt Wert darauf, auch den Anfängern Belehrung und Anregung zu gewähren". Diese 1893 zum fünfzigjährigen Bestehen geschriebenen Worte gelten auch heute.

In der Zeit des Nationalsozialismus hat sich die Gesellschaft den politischen Gleichschaltungsbestrebungen zwar weitgehend entziehen können, doch verflachte das Gesellschaftsleben nicht zuletzt infolge der Zwangsaustritte jüdischer Mitglieder. 1947 erreichte die Gesellschaft ihre Wiederzulassung, der Mauerbau beschränkte sie nach 1961 auf den Westteil Berlins. Seit der deutschen Wiedervereinigung ist die Gesellschaft wieder eine Vereinigung von Münzfreunden aus ganz Berlin. Auch die abgerissene Verbindung zum Münzkabinett der Staatlichen Museen wurde neu geknüpft. Gemeinsam feierten beide 1993 ihre Jubiläen (das 150-jährige Bestehen der Gesellschaft und das 125-jährige Bestehen des Münzkabinetts als Museum) mit einer Festveranstaltung im Bode-Museum, und bis 1998 fanden im Studiensaal des Münzkabinetts die Vortragsveranstaltungen der Gesellschaft statt. Seit 2004 ist das Verhältnis dauerhaft enger gestaltet worden, indem die Gesellschaft in ihre neue Satzung ausdrücklich die Förderung des Münzkabinetts aufgenommen hat.

Die Numismatische Gesellschaft zu Berlin hat gegenwärtig 72 ordentliche Mitglieder sowie ein korrespondierendes und drei Ehrenmitglieder. Die Aufnahme als ordentliches Mitglied erfolgt auf Antrag durch Beschluss der Mitgliederversammlung.

Der Jahresbeitrag beträgt 75 EUR (für Studenten und Ehegatten 35 EUR) und schließt den Bezug des Numismatischen Nachrichtenblattes (NBB) mit ein. Zudem gilt der Mitgliedsausweis der NGB als Jahreskarte (prämium) zum Besuch der Ausstellungen (jetzt auch inklusive der Sonderausstellungen) in den Häusern der Staatlichen Museen zu Berlin. Die ausschließliche Mitgliedschaft im Freundeskreis Antike Münzen (FAM) kostet 20 EUR. Auf den Vortragsveranstaltungen sind Gäste herzlich willkommen.

© 2008 Numismatische Gesellschaft zu Berlin e.V.