Highlight der Woche: Grabstein von ‘Abbas, Sohn von ‘Abdallah, Sohn von Muhammad, Sohn von Nasih

Die Grabsteine von dem historischen Friedhof al-Ma’la nördlich von Mekka sind ganz besondere Kulturschätze Saudi-Arabiens und beleuchten eine 700-jährige Zeitspanne von der frühislamischen Periode vom 9. Jahrhundert bis in die hochosmanische Blütezeit im 16. Jahrhundert. Sie spiegeln neben einer Vielzahl von historisch relevanten Informationen zu den Bestatteten, den Auftraggebern und der Datierung auch die große Variationsbreite sowie die Entwicklung der arabischen Kalligraphie in einzigartiger Weise wieder. Faszinierend ist der Kontrast zwischen dem - sonst eher unüblich - einfach herausgeschlagenen, naturbelassenen 'Fels' und der äußerst feinen Kalligraphie mit seiner dekorativen Gestaltung.

  • Grabstein von ‘Abbas, 9. Jh., Basalt, H: 61, B: 35 T: 11 cm, Fundort: al-Ma’la Friedhof, Mekka
    Grabstein von ‘Abbas, 9. Jh., Basalt, H: 61, B: 35 T: 11 cm, Fundort: al-Ma’la Friedhof, Mekka
  • Detailansicht: Grabstein von ‘Abbas
    Detailansicht: Grabstein von ‘Abbas
  • Detailansicht: Grabstein von ‘Abbas
    Detailansicht: Grabstein von ‘Abbas
  • Detailansicht: Grabstein von ‘Abbas
    Detailansicht: Grabstein von ‘Abbas

Die in Basalt gearbeitete Inschrift zeigt eine spezielle Form der Kufi-Schrift, die als blühendes Kufi bezeichnet wird, da die Buchstaben in Halbpalmetten und Blattenden auslaufen. Die Inschrift wird oben mit einem geschmückten Bogenfeld abgeschlossen. Das Feld darüber zeigt Blattranken, sogenannte Arabesken. Die Inschrift selbst enthält religiöse Formeln aus dem Koran. Zum einen die basmala  - die Anrufung Gottes „Im Namen des barmherzigen und gnädigen Gottes“, ein Bekenntnisspruch, der 113 Suren von insgesamt 114 Suren im Koran einleitet. Viele Muslimen sprechen die basmala vor wichtigen Arbeiten oder Handlungen. Zum anderen den Namen des Verstorbenen und eine  Formulierung: „Gib [name] einen Platz unter den Gefährten Mohammeds im Paradies.“ gefolgt von einem Schluß-Aufruf.

Besonders interessant ist die Tatsache, dass mehrere „Grabstelen“ wiederverwendet wurden, was auch mit dem harten, schwer zu bearbeitenden Material – Basalt – zu tun hat. So finden wir auf der Rückseite dreier Grabsteine Inschriften aus früherer islamischer Zeit.

Jede Woche ein neues Highlight!

In den kommenden elf Wochen der Ausstellung präsentieren wir Ihnen an dieser Stelle jeden Donnerstag ein herausragendes Objekt aus der Ausstellung. Schauen Sie sich die faszinierenden Kunstschätze Saudi-Arabiens an: zum Beispiel eine Totenmaske aus Gold, überlebensgroße Statuen aus dem 4. Jh. v. Chr. oder eine Tür  von der Kaaba im Hof der heiligen Moschee von Mekka, dem Zentralheiligtum der Muslime ... Lassen Sie sich überraschen!