Inhalt der Ausstellung

Die Ausstellung „Roads of Arabia“ basiert auf den 310 Leihobjekten aus Saudi Arabien. In Berlin wird sie durch 40 weitere Leihgaben aus weiteren Berliner bzw. deutschen Institutionen sowie durch eigene Objekte des Museums für Islamische Kunst ergänzt, Gleichzeitig wird die Chance genutzt, in einem Themenraum drei saudi-arabisch – deutsche Forschungsprojekte inhaltlich einem breiten Publikum vorzustellen. 

Die Ausstellung ist chronologisch gegliedert.


Raum 1: Frühe Spuren der Menschheit.

Zahlreiche Zeugnisse der Vor- und Frühgeschichte bilden den Auftakt: Mit paläolithischen und neolithischen Steinwerkzeugen, Pfeilspitzen und Faustkeile sowie anthropomorphen (menschenähnliche) Grabstelen aus dem 4. Jt. v. Chr. zeugen die Exponate von den ältesten Perioden der Vorgeschichte über die Sesshaftwerdung zur Anlage fester Siedlungsplätze bis zu den frühen Stadtkulturen.


Raum 2: Vom Euphrat zum Indus - Handel und Händler im 3. Jt. v. Chr

Im ersten Raumabschnitt faszinieren Chloritgefäße aus dem dritten vorchristlichen Jahrtausend aus Tarut, während Ergebnisse der deutsch-saudischen Grabung in Tayma (Oasenstadt in Nordarabien) des zweiten und ersten vorchristlichen Jahrtausends im Mittelpunkt, stehen. Neben der Präsentation der Beziehungen zwischen Arabien und Mesopotamien wird gleichzeitig aus dem alten Orient in die Antike übergeleitet.


Raum 3: Riesen im Tempel. Dedan und seine Bildhauerkunst

Die Kolossstatuen aus dem in der Bibel genannten Dedan / al-Ula (ca. 4.-2. Jh. v. Chr.), der Stadt des Königsreichs Lihyan im nordwestlichen Saudi-Arabien an der Weihrauchstraße, dominieren diesen Raum. Zwar zeigen sich hellenistische Einflüsse, aber die Künstler dieser Königsstatuen waren auch deutlich von den Traditionen des Alten Ägypten und Syriens beeinflusst.


Raum 4: Kunst im Reich der Toten. Kostbarkeiten für das Jenseits

Das antike Erbe von Arabia Felix und seine Grabkultur wird anhand der 'Salzstädte' (Mada'in Salih) im Westen und Thaj im Osten mit faszinierenden goldenen Grabbeigaben präsentiert. Berühmt ist die antike Stadt Hegra, die von den Nabatäern bewohnt wurde. Die dortigen aus dem Fels gemeißelten Monumentalgräber erinnern an die Grabstätten von Petra und sind seit 2008 UNESCO Weltkulturerbe. Die ausgestellten Stücke umfassen neben einer goldenen Totenmaske diverse kostbare Schmuckstücke.


Raum 5: Antike am Rande der Wüste. Urbanes Lebenin Qaryat al-Faw und Najan auf der südlichen Weihrauchstraße

Dieser Raum ist einer der wichtigsten Handelsstädte in vorislamischer Zeit – Qaryat al-Faw, gelegen an der südlichen Weihrauchstraße – gewidmet. Funde aus dieser Stadt, wie Götter- und Herrscherreliefs aus weißem Marmor oder Bronze sowie beeindruckende Artefakte der Kleinkunst aus der Zeit vom 1. Jh. v.Chr. bis in das 4. Jh. n.Chr. zeugen von der hohen kulturellen Leistung des antiken Arabien.


Raum 6: Alle Wege führen nach Mekka

Die Wiederbelebung der Handels- und Pilgerrouten nach Bagdad, Damaskus und Ägypten in der frühislamischen Zeit sind hier die übergeordneten Themen. Mit den frühislamischen Handelsstädten al-Rabadha und al-Mabiyat wird das Thema der überregionalen Handelsbeziehungen in den ersten Jahrhunderten islamischer Geschichte, als die arabische Welt im Netz von Pilgerrouten und Handelswegen Zentrum des kulturellen Austauschs zwischen China und dem Mittelmeer war, anhand feinster Keramik, Glas und Metall präsentiert.


Raum 7: Die heiligen Stätten Mekka und Medina

 Den Höhepunkt der Ausstellung bildet der Raum 7. Er bietet mit ca. 250m² die größte Ausstellungsfläche innerhalb der Raumsequenz. Hier werden die heiligen Stätten Mekka und Medina präsentiert. Fein kalligraphierte Grabsteine und von osmanischen oder mamlukischen Herrschern gestiftete Objekte der Kaaba zeugen von der Bedeutung des religiösen Zentrums der muslimischen Welt. Viele dieser besonderen Schätze Saudi-Arabiens kommen zum ersten Mal nach Deutschland.


Raum 8: Europa entdeckt Arabien: Frühe Reiseberichte

In diesem Raum werden Originalausgaben wichtiger europäischer Reiseliteratur, Karten von Arabien sowie Stiche von Mekka, Medina, Jiddah, Yanbu und anderen Städten gezeigt. Dokumentation dieser Themen erfolgt hier vor allem durch die für die Berliner Ausstellung hinzugewonnene Leihgaben.


Raum 9: Von Berlin nach Medina: Die Mekkabahn und Mschatta

Im Mittelpunkt steht die Hedschas-Bahn, auch Mekkabahn genannt, die Damaskus im heutigen Syrien mit Medina im heutigen Saudi Arabien verband. Die Leitung dieses Bauprojekts wurde Heinrich August Meißner Pascha (1862–1940) anvertraut, einem deutschen Ingenieur, der seit 1887 für Eisenbahnen im Osmanischen Reich tätig gewesen war.


Raum 10: Die Gründung des Königsreiches

Dieser Raum stellt mit der Gründung des Königreichs Saudi Arabien im Jahr 1932 das chronologische Ende der Ausstellung dar. Der Krönungsmantel von Abdul Aziz (Ibn Suad), zwei Königsschwerter sowie eine hölzerne Haustür werden in diesem Raum ausgestellt.


Raum 11: Schriften und Sprachen Arabiens – ein Rundgang

Mit einer zusammenführenden Gesamtschau über die Entwicklung der Schrift im Kulturraum Saudi-Arabien ist der eigentliche Schlusspunkt der Ausstellung. Hier werden anhand von Inschriften und Kalligraphien Schriften unterschiedlicher Epochen mit ihren unterschiedlichen Einflüssen von der Frühzeit bis in den Islam miteinander verglichen.


Raum 12: Deutsche Forschungsprojekte in Saudi-Arabien

In Raum 12 präsentieren sich aktuelle Forschungsprojekte, in denen saudische und deutsche Wissenschaftler zusammenarbeiten. Für die inhaltliche Gestaltung dieser "Themenräume" sind Gastkuratoren aus den jeweiligen Projekten zuständig.

Drei Projekte stehen hier im Mittelpunkt: 
 „Archäologische Methoden im Wandel der Zeiten“ (Deutsche Archäologische Institut - DAI).
Projekt „Corpus Coranicum“ der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW).
Das Stadtforschungsprojekt des Zentrums Moderner Orient (ZMO) zur Hafenstadt Jiddah.


Raum 16: Kino

Hier wird ein Film zur Ausstellung gezeigt.