Highlight der Woche: Archiv

Do 26.01. - Mi 01.02. "Begräbnismaske"

Im Sommer 1998 entdeckte eine Gruppe saudischer Archäologen bei Grabungen außerhalb der Mauern der ehemaligen Stadt Thaj die Grabkammer eines etwa sechsjährigen Mädchens, welches auf königliche Art begraben wurde. Sie wird in das 1. Jahrhundert v. Chr. datiert.

  • Totenmaske, 1. Jh. n. Chr., Gold, H: 17,5 cm B: 13 cm, Fundort: Thaj, Tell al-Zayer
    Totenmaske, 1. Jh. n. Chr., Gold, H: 17,5 cm B: 13 cm, Fundort: Thaj, Tell al-Zayer
  • Detailausschnitt, Totenmaske
    Detailausschnitt, Totenmaske
  • Detailausschnitt, Totenmaske
    Detailausschnitt, Totenmaske

Das Mädchen scheint aus einer reichen Familie zu stammen, denn ihre Grabbeigaben waren fürstlich. Sie war reichlich geschmückt, aufgebahrt auf einem mit Blei und Bronze bedeckten Bett mit kleinen Figuren als Füße. Ihr Gesicht war mit einer goldenen Maske, welche einfache Gesichtsmerkmale darstellte, bedeckt. Außerdem fand man bei ihr einen goldenen Handschuh. Um ihr Haupt trug sie drei goldene Bänder, um den Nacken lagen drei goldene Ketten, verziert mit Rubinen, Perlen und Türkisen. Zwei goldene Ohrringe lagen neben ihrem Kopf und zwei goldene Armbänder befanden sich an ihrer Seite. Um ihre Hüfte war ein goldener Gürtel geschlungen und um ihren ganzen Körper verteilt lagen über 200 größere und kleinere Goldplättchen. 

Allein dieser kostbare Schmuck zeigt, dass das Mädchen eine besondere Person gewesen sein muss, zumindest für ihre Familie. Die kleinen Goldfolien zeigen Darstellungen von Zeus und Artemis (in der griechischen Mythologie auch die Hüterin der Frauen und Kinder). Sie weisen darauf hin, dass Thaj im 1. Jahrhundert v. Chr. noch in griechischer Tradition stand.

Durch den Wohlstand und Reichtum, den der lukrative Handel - unter anderem mit Weihrauch - auf ausgedehnten Handelsrouten, von denen eine durch Thaj verlief, mit sich brachte, war es offenbar möglich, dieses Grab mit solch luxuriösen Objekten auszustatten. Diese denkwürdige Entdeckung zeigt auch, mit welcher liebevollen Sorgfalt die wohlhabende Familie des Mädchens ihre Angehörige nach ihren Bräuchen begraben hat. Diese Bräuche waren ihrerseits stark beeinflusst von den Glaubensvorstellungen und Symbolen der klassischen Welt, welche sogar bis in die arabische Wüste reichten.

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