Highlight der Woche: Archiv

Do 15.03. - Mi 21.03. "Mekka-Karawane"

Die Kaaba der großen Moschee von Mekka, Ziel der alljährlichen Pilgerfahrt der Muslime,  ist mit einem schwarzen Brokattuch mit prächtig gestickten Koran-Suren aus Gold- und Silberdrähten verziert. Das Tuch - Kiswa genannt - wird jährlich in einer feierlichen Zeremonie ausgetauscht. Die sogenannte Mekka-Karawane bringt jährlich die neue Kiswa. 

  • Mekka-Karawane, Paul Lucas, B: 15,8 cm, H: 10,5 cm, Staatsbibliothek zu Berlin
    Mekka-Karawane, Paul Lucas, B: 15,8 cm, H: 10,5 cm, Staatsbibliothek zu Berlin
  • Detailansicht: Mekka-Karawane
    Detailansicht: Mekka-Karawane
  • Detailansicht: Mekka-Karawane
    Detailansicht: Mekka-Karawane

Der Kupferstich zeigt hier eine Karawane aus Kairo kommend. Ein Kamel an der Spitze der Karawane trägt auf einer zeltartigen, oben spitz zulaufenden Sänfte mit einem Holzgestell - Mahmal genannt - das neue Brokattuch für die Kaaba. Mehr als 100 Männer sind das ganze Jahr mit den Stickereien beschäftigt, wobei sie ca. 400 Kilogramm Gold- und Silberdrähte verarbeiten. Seit dem 18. Jahrhundert wurde die Mekka-Karawane von europäischen Reisenden in Kupferstichen, z.B. in den Werken von Paul Lucas (1719), wie hier zu sehen, oder Muradgea D’Ohsson (1781) dokumentiert. Die Zeremonie der Abreise sowie der Ankunft der Kiswa ist im Laufe der Zeit immer weiter ausgeschmückt worden, so nehmen im 19. Jahrhundert Soldaten zur Bewachung, Musiker und auch Führer religiöser Bruderschaften teil. Diese Tradition wurde erst Mitte des 20. Jahrhunderts aufgegeben, als die saudische Königsfamilie Werkstätten für die Herstellung der Kiswa vor Ort einrichten ließen.

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