Highlight der Woche: Archiv

Do 22.03. - Mi 28.03. "Statue eines Mannes"

Diese überlebensgroße Statue aus Sandstein zeigt vermutlich einen König von Lihyan. Teile der Statue fehlen, so das Gesicht, der untere Teil der Beine sowie die rechte Hand. Die Arme liegen eng am Körper. Ein Schmuckstück mit einer runden Perle verziert den linken Arm. Es deutet darauf hin, dass es sich um eine bedeutende Persönlichkeiten aus dem Adel oder der Herrscherschicht handelt. Die Figur ist mit einer kurzen Tunika bekleidet.

Das Gewand wird von einem Doppel-Gürtel um die Taille gehalten. Die Oberfläche der Statue ist glatt. Der Künstler hat besonders die Armmuskeln und den Oberkörper herausgearbeitet. Der Kopf der Statue wurde abgetrennt vom Körper gefunden. Das Gesicht  war abgeschlagen, lediglich die Ohren und ein Teil des Turbans, der den Kopf bedeckt, sind erhalten. 

  • Statue eines Mannes, 4. – 3. Jh. v. Chr., roter Sandstein, H: 230, B: 83 cm, Fundort: al-’Ula
    Statue eines Mannes, 4. – 3. Jh. v. Chr., roter Sandstein, H: 230, B: 83 cm, Fundort: al-’Ula
  • Detailansicht: Statue eines Mannes, Rückseite
    Detailansicht: Statue eines Mannes, Rückseite
  • Detailansicht: Statue eines Mannes, Rückseite
    Detailansicht: Statue eines Mannes, Rückseite

Der Skulpturen-Stil gleicht dem einer Reihe von großen und kleinen Statuen, die ebenfalls im Tempel von Dedan gefunden wurden. Sie gehören zu der Bildhauerschule von Lihyan, die einen sehr eigenen regionalen Charakter hat.

 Die Statuen aus Dedan sind imposante Zeugnisse einer regionalen Kunstrezeption, die überregionale Formen aufnimmt und lokal adaptiert. Der Stil der Statuen geht auf die plastische Kunst Altägyptens zurück. Formal sind sie durch ihre „steife“ Haltung geprägt: die an die Körperseiten gepressten Arme, die zu Fäusten geballten Hände und das kurze Lendentuch erinnern an ägyptische Vorbilder. Details mit lokalem Bezug sind unter anderem die Kopfbedeckung mit dem Band, der Gürtelwurf und der Schmuckreif am Ellenbogen. Die Statuen wurden in Tempeln und Kultstätten außerhalb der Stadt aufgestellt. 

Dedan war im 1. Jahrtausend v. Chr. die Hauptstadt der Königreiche Dedan und Lihyan. Das Handelszentrum an der Schnittstelle der Weihrauchstraße und den Routen zur östlichen Küste des Roten Meeres lebte von der Landwirtschaft und vom Karawanenhandel.

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