Highlight der Woche: Archiv

Do 29.03. - Mi 04.04. "Mschatta-Fassade"

Die osmanische Mekka-Bahn oder Hedschasbahn von Damaskus nach Medina, die die Pilgerfahrt nach Mekka erleichtern sollte, entstand mit deutscher Hilfe. Im Zuge der Bauarbeiten schenkte der osmanische Sultan dem Deutschen Kaiser die berühmte Fassade von Mschatta. Der "Grundstein" des Berliner Museums für Islamische Kunst ist somit direkt mit dem Bau der Pilgerbahn verbunden.

  • Detailansicht: Mschatta-Fassade
    Detailansicht: Mschatta-Fassade
  • Detailansicht: Mschatta-Fassade
    Detailansicht: Mschatta-Fassade
  • Mschatta-Fassade, Jordanien, Mitte 8. Jh., Kalkstein
    Mschatta-Fassade, Jordanien, Mitte 8. Jh., Kalkstein

Die Mschatta-Fassade ist Teil einer mit Reliefs geschmückten Umfassungsmauer eines in umaiyadischer Zeit erbauten Palastes (um 743/744) in der jordanischen Wüste. Sie ist ein weltweit einmaliges Beispiel eines großflächigen Baudekors der frühislamischen Zeit und zeigt die Kontinuität und Antwort der islamischen Kultur und Kunst auf die des Alten Orients und der Spätantike. Charakteristische Merkmale und Motive spätantiker, koptischer, syrischer und sasanidischer Vorbilder erweisen die Fassade als steingewordene Synthese der Traditionen des alten Orients. 

Es ist nicht nur das größte, sondern auch das wichtigste Objekt islamischer Kunst in einem Museum weltweit. Kunsthistorisch, kulturgeschichtlich und gesellschaftsgeschichtlich ist die Mschatta-Fassade ein Monument der Menschheitsgeschichte und als Epochenzeugnis kaum geringer einzuschätzen als das Ischtar-Tor und der Pergamon Altar. Zum ersten Mal wurde eine Fassade vollständig mit tief ausgearbeiteter Ornamentik in einer nie da gewesenen Rhythmisierung überzogen, in der viele spätantike Traditionen - wenn man die altiranischen Traditionen hinzuzieht - zusammengeführt werden und verschmelzen.

zurück