Könige und Herrscher

Legendär sind die Schicksale der Könige und Helden. Ihr großer Mut, ihre aufsehenerregenden Taten wie auch ihre lautstarken Worte verleihen ihnen besonderes Gewicht. Neben den in den jeweiligen Sagen dargestellten Königen ist der mythische Held Rostam die berühmteste Gestalt. Löwengleich, mit einem Tigerfell bekleidet, verteidigt er bei vielen Schlachten die Grenzen des antiken Iran gegen seine Feinde, insbesondere gegen die feindlichen Turaner im Norden. Zusammen mit seinem Wunderpferd Rakhsch besteht er sieben Abenteuer und rettet seine Könige aus peinlichen Situationen.

Ähnlich wie Ritter im europäischen Mittelalter, vertreten die iranischen Helden Wertvorstellungen: Loyalität, Abwehr des Bösen und Pflichterfüllung gegenüber dem rechtmäßigen Herrn gehören zu ihren Grundtugenden. Die heldenhaften Leistungen der Recken und Könige, ihre weisen Überlegungen, aber auch ihre Mängel und Verfehlungen machen das Epos zu einem wichtigen Prinzenspiegel, dessen moralische Konsequenzen zahlreichen Herrschergenerationen als Vorbild dienen sollten. Die Begegnung mit dem Tod und die Erkenntnis über die Vergänglichkeit des Lebens gehören zu den Kernaussagen der Dichtung.