Das Königsbuch

Das von dem persischen Dichter Abu l-Qasem Ferdausi (940/41 - 1020 n. Chr.) verfasste Epos Schahname ("Königsbuch") erzählt in 62 Sagen mit über 50.000 Versen die gesamte Geschichte der alten Könige von Iran - beginnend vom antiken Persien bis zur islamischen Eroberung durch die Araber im Jahr 651 n. Chr. Als Vorlage verwendete Ferdausi uralte Mythen und Sagen, die aus schriftlichen Quellen und mündlich tradierten Erzählungen überliefert waren. Ferdausi vollendete sein Werk im Jahr 1010 nach 35-jähriger Arbeit. Er widmete es dem ghaznawidischen Herrscher Sultan Mahmud (977-1030).

Das Epos gliedert sich in drei Abschnitte: Den Anfang bilden die mythischen Könige, die die Zivilisation einführten (Nutzung des Feuers, Entwicklung der Kochkunst, der Schmiedekunst, Einführung traditioneller Festtage, usw.). Das Herz stellt das "heroische" Zeitalter dar und den Abschluss bildet das "historische" Zeitalter mit seinem Bericht über die Könige der letzten vorislamischen Dynastie Irans, den Sasaniden. Vor allem die Lehren der unter den Sasaniden zentralen zoroastrischen Religion spielten eine nachhaltige Rolle für das Epos. Hierzu gehört vor allem die vom ständigen Kampf zwischen Gut und Böse. Auch die Idee von dem göttlichen Glanz, der die Könige umgibt, beruht auf altiranischen Vorstellungen.