Lithographie von Heinrich M├╝tzel nach Schinkel; 59,5 x 70 cm
B 1852
Staatliche Museen zu Berlin, Kupferstichkabinett

K. F. Schinkel: Klassischer Entwurf zum Palast in Orianda auf der Krim, 1838

Auf Anregung Kronprinz Friedrich Wilhelms (IV.) schuf Schinkel einen zweiten Entwurf für Orianda in klassischen Formen. Es war wiederum nicht der gewünschte bescheidene Bau nach dem Vorbild von Charlottenhof, sondern der Entwurf zu einer umfassenden, von einem Tempel überragten Schlossanlage, der der Zarin vorgelegt wurde. Mit dem Hinweis, dass »Mithridates Nachfolger« durch den Bau Ruhm einernten, jedoch wenig Freude am Wohnen haben würden, lehnte Alexandra Fjodorowna die Ausführung des Entwurfs ab. Deutlich wird in der Ablehnung die Intention für den Stilwechsel. Nicht als Eroberer der Krim sollten die russischen Zaren erscheinen, sondern als legitime Nachfolger der antiken Herrscher. So nimmt die Mitte des Hofes ein Museum der Krim und der kaukasischen Provinzen ein, über den sich ein Tempel mit weitgehend verglasten Wänden erhebt. Die Verglasung hebt Schinkel in seinem Erläuterungsbericht besonders hervor. Scheiben von der geforderten Größe, konnten in den 1830er Jahren nur russische Manufakturen herstellen.