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Alte Nationalgalerie

Die Alte Nationalgalerie auf der Museumsinsel, von Schinkels Schüler Friedrich August Stüler entworfen, wurde zum Geburtstag Kaiser Wilhelm I im März 1876 feierlich eingeweiht. Hoch aufgesockelt entsprach das Bauwerk im antikisierenden Stil ganz dem Pathos des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Weithin sichtbar ist bis heute ihre goldene Giebelinschrift „DER DEUTSCHEN KUNST MDCCCLXXI“, mit der die 1871 durch die Reichsgründung erlangte politische Einheit der deutschen Nation für die Nationalgalerie in Anspruch genommen wird.

Diese Programmatik führte von Beginn an zu Konflikten. Hugo von Tschudi, der zweite Direktor der Nationalgalerie, interpretierte ihre Inschrift dahingehend, all das zu sammeln, was der deutschen Kunst förderlich sei. Seinen Blick richtete er daher auch auf Frankreich, den Erzfeind, und erwarb von dort zahlreiche Werke der Impressionisten. Als er die Nationalgalerie so zum führenden internationalen Museum der Moderne machte, war der Kaiser keineswegs begeistert. Verärgert über die Querelen ging Tschudi im Jahr 1909 nach München.

Alte Nationalgalerie © SMB
Photo: Maximilian Meisse
 

Mit dem Werk von El Anatsui wird im Jahr 2010 wieder ein entscheidender internationaler Akzent gesetzt. Die Installation des Künstlers ruft die Geschichte der Alten Nationalgalerie ins Bewusstsein und weitete vor der Folie des globalisierten Kunstdiskurses im 21. Jahrhundert das Feld erstmals auch für afrikanische Themen.

 

 

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